Zum Geburtstag: Das Leben vor Augen, den Tod im Blick

    Nr. 1: »Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein Leben zu leben und nicht das Leben anderer.« – das ist es, was die meisten Sterbenden bedauern. Es ist wichtig, wenigstens einigen Träumen zu folgen, so lange man kann. Wenn Dein Leben zu Ende geht, ist es zu spät. Gesundheit ist Freiheit (…)«
    – aus: Bronnie Ware, The Top Five Regrets of the Dying – Erfahrungen einer Palliativ-Medizinerin

Eine junge Frau, 30, kündigt ihren Job. Sie will auswandern. Nach Portugal. Um dort eine kleine Pension zu eröffnen. Dafür hat sie ihre Ersparnisse zusammengekratzt und sich verschuldet.
»Ausgerechnet jetzt? Wo die Wirtschaft überall am Boden liegt? Du hast doch hier so gute Kontakte und einen sicheren Job!«, habe ich zu ihr gesagt.
Und die Menschen, denen ich von ihren Plänen erzählt habe, haben mir zugestimmt: »Ziemlich unüberlegt, sowas!«
Auf Umwegen habe ich später erfahren, dass genau das Gegenteil der Fall war: Ziemlich gut überlegt war das alles. Vor der Entscheidung war die Mutter der jungen Frau gestorben – an Brustkrebs!
»Mach Dir keinen Kopf«, hätte man der Tochter sagen können, »die Medizin macht doch große Fortschritte.« Oder: »Was soll Dir schon passieren, wenn Du regelmäßig zur Vorsorge gehst?«
Ja, das hätte man ihr sagen können. Wäre aber ziemlich unüberlegt gewesen!
Die junge Frau wollte sich nämlich auf keinen Fall irgendwann vorwerfen müssen, nie das Leben gelebt zu haben, dass sie eigentlich immer leben wollte.
Heute, am Tag, an dem sie 31 wird, möchte ich ihr nun das sagen, was ich ihr eigentlich schon damals hätte sagen sollen: Ich beneide Dich um Deinen Mut. Und wünsche Dir von Herzen alles Gute!

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